ZusammenLernen ist heute ein Jahr alt geworden und hat eine Kerze angezündet bekommen.
Was mehr als ein Notizblock für mich selbst begann, hat nun eine richtige Fangemeinde bekommen. Grund genug also, euch und Ihnen allen fürs Lesen, Verlinken und Weitersagen zu danken!
Unbelehrbar...
"Unbelehrbar", ein Film der Regisseurin Anke Hentschel über den Wunsch einer Frau, lesen und schreiben zu lernen.
Unbelehrbar - wer ist das eigentlich? Die Protagonistin, die nicht lesen und schreiben kann? Oder ist es ihre Familie, die ihre Frau und Mama in ihrem Lernwunsch nicht unterstützt, sondern gegen sich gegen die Veränderung stellt? Oder ist es nicht im weitesten Sinne die Gesellschaft, die immer wieder kleine und große Steine in den holprigen Lernweg einer Lese- und Schreibschwachen wirft?
Aber fangen wir von vorne an. In dem Film geht es um Ellen, eine 40-jährige Brandenburgerin, die lesen und schreiben lernen möchte. Weil in ihrer lokalen Volkshochschule kein Kurs angeboten wird, macht sie sich gegen den Willen ihrer Familie auf den Weg in die Hauptstadt und in ein Leben mit der Schriftsprache. Dabei tun sich jede Menge Schwierigkeiten auf, doch Ellen kämpft, von einer inneren Notwendigkeit getrieben und bis in die letzte Konsequenz...
Der Film wurde am Samstag im Rahmen des Filmfestivals für Menschenrechte und Medien, One World Berlin, gezeigt und anschließend in einer Podíumsdiskussion besprochen. Dabei waren Peter Neumicke, Lerner, Dr. Eva-Maria Bosch, Leiterin des Referats "Lebenslanges Lernen, Weiterbildung, politische Bildung" des Brandenburgischen Ministeriums für Bildung, Jugend und Sport, und die Regisseurin Anke Hentschel; die Moderatorin übernahm Bettina Hildebrand, Deutsches Institut für Menschenrechte.
Ein paar Punkte aus der Diskussion:
Die große Mehrheit der funktionalen Analphabeten versteckt sich - und schafft es, sich zu verstecken, wie Frau Hentschel betonte, weil sie sich als als ausgesprochen kluge und kreative Menschen Kompensationsstrategien haben einfallen lassen. Das sollte und muss anerkannt werden. Lerner/innen können von schriftsprachlichen Menschen lernen, aber genauso können "Schriftsprachler" von der Kreativität und Gewitzheit von Lese- und Schreibschwachen lernen. Ein Geben und Nehmen bringt allen Beteiligten etwas.
Eine Zuschauerin, die in der Entwicklungshilfe arbeitet, zeigte sich entsetzt von den Zahlen zum funktionalen Analphabetismus (7,5 Mio, das sind 14% der Gesamtbevölkerung) in Deutschland. Deutschland ist in diesem Bereich tatsächlich noch ein Entwicklungsland - ähnlich wie andere europäische Länder, aber das macht die Situation nicht besser.
Diskutiert wurden auch die Gründe, warum eine Lese- und Schreibschwäche überhaupt entsteht. Diese Gründe wurden im Film nicht thematisiert. Sie sind individuell unterschiedlich (vgl. dazu auch mein Blogentry), aber es wurde u.a. erwähnt, dass Lese- und Schreibschwierigkeiten in der Grundschule schon nicht erkannt werden. Hier müssen gerade die Lehrer/innen noch besser informiert werden.
Es wurden noch viele Punkte angesprochen - und es zeigte sich bei den Betroffenen auch viel Frustration. Das macht mehr als deutlich, dass in Deutschland noch Einiges an Sensibilisierungsarbeit getan werden muss - hoffentlich kann der Film seinen Teil dazu beitragen...
Unbelehrbar - wer ist das eigentlich? Die Protagonistin, die nicht lesen und schreiben kann? Oder ist es ihre Familie, die ihre Frau und Mama in ihrem Lernwunsch nicht unterstützt, sondern gegen sich gegen die Veränderung stellt? Oder ist es nicht im weitesten Sinne die Gesellschaft, die immer wieder kleine und große Steine in den holprigen Lernweg einer Lese- und Schreibschwachen wirft?
Aber fangen wir von vorne an. In dem Film geht es um Ellen, eine 40-jährige Brandenburgerin, die lesen und schreiben lernen möchte. Weil in ihrer lokalen Volkshochschule kein Kurs angeboten wird, macht sie sich gegen den Willen ihrer Familie auf den Weg in die Hauptstadt und in ein Leben mit der Schriftsprache. Dabei tun sich jede Menge Schwierigkeiten auf, doch Ellen kämpft, von einer inneren Notwendigkeit getrieben und bis in die letzte Konsequenz...
Der Film wurde am Samstag im Rahmen des Filmfestivals für Menschenrechte und Medien, One World Berlin, gezeigt und anschließend in einer Podíumsdiskussion besprochen. Dabei waren Peter Neumicke, Lerner, Dr. Eva-Maria Bosch, Leiterin des Referats "Lebenslanges Lernen, Weiterbildung, politische Bildung" des Brandenburgischen Ministeriums für Bildung, Jugend und Sport, und die Regisseurin Anke Hentschel; die Moderatorin übernahm Bettina Hildebrand, Deutsches Institut für Menschenrechte.
Ein paar Punkte aus der Diskussion:
Die große Mehrheit der funktionalen Analphabeten versteckt sich - und schafft es, sich zu verstecken, wie Frau Hentschel betonte, weil sie sich als als ausgesprochen kluge und kreative Menschen Kompensationsstrategien haben einfallen lassen. Das sollte und muss anerkannt werden. Lerner/innen können von schriftsprachlichen Menschen lernen, aber genauso können "Schriftsprachler" von der Kreativität und Gewitzheit von Lese- und Schreibschwachen lernen. Ein Geben und Nehmen bringt allen Beteiligten etwas.
Eine Zuschauerin, die in der Entwicklungshilfe arbeitet, zeigte sich entsetzt von den Zahlen zum funktionalen Analphabetismus (7,5 Mio, das sind 14% der Gesamtbevölkerung) in Deutschland. Deutschland ist in diesem Bereich tatsächlich noch ein Entwicklungsland - ähnlich wie andere europäische Länder, aber das macht die Situation nicht besser.
Diskutiert wurden auch die Gründe, warum eine Lese- und Schreibschwäche überhaupt entsteht. Diese Gründe wurden im Film nicht thematisiert. Sie sind individuell unterschiedlich (vgl. dazu auch mein Blogentry), aber es wurde u.a. erwähnt, dass Lese- und Schreibschwierigkeiten in der Grundschule schon nicht erkannt werden. Hier müssen gerade die Lehrer/innen noch besser informiert werden.
Es wurden noch viele Punkte angesprochen - und es zeigte sich bei den Betroffenen auch viel Frustration. Das macht mehr als deutlich, dass in Deutschland noch Einiges an Sensibilisierungsarbeit getan werden muss - hoffentlich kann der Film seinen Teil dazu beitragen...
Was niedrigschwellige Kurse so besonders spannend macht...
Während und nach meinem DaF/DaZ Studium habe ich verschiedene Kurse mit verschiedener Teilnehmeranzahl und verschiedenen Sprachständen unterrichtet. Nach meinem ersten Integrationskurs mit Alphabetisierung war mir klar, dass es besonders die niedrigschwelligen (Integrations-)Kurse mit lernungewohnten Teilnehmern/innen sind, die mir besonderen Spaß machen. Neulich habe ich mich gefragt, warum das eigentlich so ist. Und das ist dabei herausgekommen:
Außerdem haben viele Lerner/innen schwere Geschichten durchgemacht, die sie teilweise in den Kursen verarbeiten. A., z.B., hat starkes Heimweh nach seiner Heimat in Samoa, M. weint bei einem Film über die Wiedervereinigung, weil sie sich an ihre eigenen Gewalterfahrungen in einem Bürgerkrieg erinnert. Die meisten bedrücken finanzielle, gesundheitliche, soziale Probleme (Schulden, Süchte, Streitigkeiten innerhalb der Familie), und es kann zu zwischenmenschlichen oder interkulturellen Auseinandersetzungen innerhalb des Kurses kommen. Allerdings sind letzlich auch das Lernanlässe und Teil der Integration, wenn man es so nennen will, und der individuellen Entwicklung des Lerners/in.
- Das Unterrichten in niedrigschwelligen Kursen gibt mir das Gefühl, wirklich einen Unterschied im Leben von Menschen zu machen - und zwar einen ganz fundamentalen Unterschied. Wer z.B. nicht ausreichend lesen und schreiben kann, kann nicht angemessen an der Gesellschaft teilhaben. Genauso ist es, wenn man in einem Land lebt, in dem man die Sprache nicht versteht. In anderen Kursen ist das anders: ob ein irischer Bankmitarbeiter nun Deutsch sprechen kann, oder nicht, wird dessen Lebensqualität nicht entscheidend beeinflussen.
- Ich bin neugierig auf die Menschen, deren Leben so viel anders ist, als meines. Dabei wird es für mich immer wieder deutlich, dass die Kursteilnehmer/innen große Fähigkeiten und Kenntnisse in den verschiedensten Bereichen haben. Geringe Sprachkompetenzen sind kein Maß, an dem man einen Menschen messen darf. M., zum Beispiel, hat in El Salvador einen Bürgerkrieg überlebt, sie hat mit 15 ihr erstes Kind und mit 40 ihr letztes Kind bekommen, sie hat Heimat und Familie zurück gelassen – und sie hat trotzdem durchgehalten und sich eine große Lebenslust bewahrt. Sie ist eine großartige Köchin, Tagesmutter und Malerin, und sie ist nur ein Beispiel von vielen. Ich kann selbst so viel von den Kursteilnehmern/innen lernen.
- Es ist für mich eine besonders spannende Herausforderung, nicht ‚nur’ die Sprache so zu unterrichten, wie ich es selbst beim Erlernen einer Fremdsprache erlebt habe. Statt dessen kann ich in Bereiche vordringen, die für einen schriftsprachlichen Menschen so sehr schwer vorstellbar sind: Wie ist es, nie auf die Schule gegangen zu sein und daher weniger in Strukturen und Regelhaftigkeit zu denken?
- Ich finde es auch interessant, beim „Schriftsprachentdeckungsprozess“ dabei zu sein und Aha-Erlebnisse mitzubekommen: „Ich bin so lange an diesem Schild vorbeigelaufen, jetzt weiß ich, was es bedeutet“. Für mich gibt es nichts Schöneres, als ein ehrliches „Ach so ist das, jetzt verstehe ich das endlich!“
Außerdem haben viele Lerner/innen schwere Geschichten durchgemacht, die sie teilweise in den Kursen verarbeiten. A., z.B., hat starkes Heimweh nach seiner Heimat in Samoa, M. weint bei einem Film über die Wiedervereinigung, weil sie sich an ihre eigenen Gewalterfahrungen in einem Bürgerkrieg erinnert. Die meisten bedrücken finanzielle, gesundheitliche, soziale Probleme (Schulden, Süchte, Streitigkeiten innerhalb der Familie), und es kann zu zwischenmenschlichen oder interkulturellen Auseinandersetzungen innerhalb des Kurses kommen. Allerdings sind letzlich auch das Lernanlässe und Teil der Integration, wenn man es so nennen will, und der individuellen Entwicklung des Lerners/in.
2. Berliner Sprachenforum
Die Sprachenmesse war am Samstag noch in vollem Gange, da kam auch schon die nächste Veranstaltung dazu: das Berliner Sprachenforum, eine ganztägige Veranstaltung mit Fachvortrag und drei Workshops. Für diejenigen Kollegen, die deutschlandweit angereist kamen, war das Sprachenforum zusammen mit der Expolingua sicherlich eine praktische Kombination. Die Veranstaltung war im lauschigen Jagdschloss Glienicke gelegen, so dass man beim Workshop schon mal von der hübschen hölzernen Wandvertäfelung abgelenkt werden konnte.
Aber wir waren ja nicht zum Vergnügen da, obwohl der einleitende Vortrag von Prof. Dr. Dieter Stein "Weltsprache Englisch heute - Status, Struktur, Norm" durchaus sehr unterhaltsam war. Das lag m.E. daran, dass Wissenschaft und Praxis hier wunderbar verbunden waren. Nach einem kurzen Exkurs in die Geschichte der englischen Sprache und deren Rollenwandel (von der Beeinflussten zur Beeinflusserin), kam auch schon der wichtigste Punkt des Vortrags, die Demystifizierung des britischen Englischs als das einzig wahre und korrekte Englisch. British English (BE) galt und gilt in Schulen und anderen Sprachkursen immer noch als DAS Englisch, was wir unseren Lernern vermitteln sollten. American English - wenn es denn unbedingt sein muss - wird auch noch toleriert, aber alles andere ist nicht korrekt.
Prof. Steins klare Haltung dazu: die Einteilung in gutes vs. schlechtes Englisch ist nicht mehr aktuell. In über 50 Staaten der Welt wird Englisch als offizielle Sprache gesprochen - und überall existiert die Sprache in einer regionalen Ausprägung, die sich z.B. auch als Signal der Unabhängigkeit und Andersheit bewusst von BE als dem kolonialen Englisch absetzt. Das bedeutet letzlich, dass die Entscheidung für eine Varietät des Englischen auch eine politische Aussage ist. Englisch transportiert ein "kulturelles Marschgepäck" - und BE ist oft assoziert mit Kolonialismus und den Gefühl der Überlegenheit und Arroganz. Dieses Bewusstsein müssen wir unseren Lernern auch vermitteln. In internationalen Geschäftsverhandlungen kann ein deutscher Akzent u.U. Missverständnisse und Animositäten verhindern und damit "besser" sein als received pronunciation.
Prof. Stein will aber nicht den Eindruck vermitteln, dass nun in der englischen Sprache wahllos alles möglich und erlaubt ist. Ganz im Gegenteil: in der Grammatik sollte man genau bleiben. Aber auch hier sind grammatische Formen möglich, die im BE nicht korrekt sind.
Danach kamen die Workshops; ich hatte mich für die Vorstellung des neuen DaZ-Alphabetisierungslehrwerks "Von A bis Z - Alphabetisierungskurs" (Klett) entschieden, das Alexis Feldmeier erstellt hat und das deswegen Qualität versprach. Viele Dinge haben mir gut gefallen - aber an dieser Stelle sei wieder einmal auf einen separaten, ausführlichen Blogeintrag verwiesen, den ich hoffentlich bald in Angriff nehmen werde.
In den folgenden Workshops ging es bei mir um die Prüfungen in den berufsbezogenen Kursen (telc) und den Einsatz des Lehrwerks "Aussichten" (Klett) in Integretionskursen. Bei den Workshops gab es viele Wahlmöglichkeiten, sowohl sprachspezifisch oder sprachübergreifend.
Anschließend gab es als Abendprogramm die Möglichkeit, bei einem Circle Dance mitzumachen - aber ich habe mich auf den Heimweg gemacht.
Aber wir waren ja nicht zum Vergnügen da, obwohl der einleitende Vortrag von Prof. Dr. Dieter Stein "Weltsprache Englisch heute - Status, Struktur, Norm" durchaus sehr unterhaltsam war. Das lag m.E. daran, dass Wissenschaft und Praxis hier wunderbar verbunden waren. Nach einem kurzen Exkurs in die Geschichte der englischen Sprache und deren Rollenwandel (von der Beeinflussten zur Beeinflusserin), kam auch schon der wichtigste Punkt des Vortrags, die Demystifizierung des britischen Englischs als das einzig wahre und korrekte Englisch. British English (BE) galt und gilt in Schulen und anderen Sprachkursen immer noch als DAS Englisch, was wir unseren Lernern vermitteln sollten. American English - wenn es denn unbedingt sein muss - wird auch noch toleriert, aber alles andere ist nicht korrekt.
Prof. Steins klare Haltung dazu: die Einteilung in gutes vs. schlechtes Englisch ist nicht mehr aktuell. In über 50 Staaten der Welt wird Englisch als offizielle Sprache gesprochen - und überall existiert die Sprache in einer regionalen Ausprägung, die sich z.B. auch als Signal der Unabhängigkeit und Andersheit bewusst von BE als dem kolonialen Englisch absetzt. Das bedeutet letzlich, dass die Entscheidung für eine Varietät des Englischen auch eine politische Aussage ist. Englisch transportiert ein "kulturelles Marschgepäck" - und BE ist oft assoziert mit Kolonialismus und den Gefühl der Überlegenheit und Arroganz. Dieses Bewusstsein müssen wir unseren Lernern auch vermitteln. In internationalen Geschäftsverhandlungen kann ein deutscher Akzent u.U. Missverständnisse und Animositäten verhindern und damit "besser" sein als received pronunciation.
Prof. Stein will aber nicht den Eindruck vermitteln, dass nun in der englischen Sprache wahllos alles möglich und erlaubt ist. Ganz im Gegenteil: in der Grammatik sollte man genau bleiben. Aber auch hier sind grammatische Formen möglich, die im BE nicht korrekt sind.
Danach kamen die Workshops; ich hatte mich für die Vorstellung des neuen DaZ-Alphabetisierungslehrwerks "Von A bis Z - Alphabetisierungskurs" (Klett) entschieden, das Alexis Feldmeier erstellt hat und das deswegen Qualität versprach. Viele Dinge haben mir gut gefallen - aber an dieser Stelle sei wieder einmal auf einen separaten, ausführlichen Blogeintrag verwiesen, den ich hoffentlich bald in Angriff nehmen werde.
In den folgenden Workshops ging es bei mir um die Prüfungen in den berufsbezogenen Kursen (telc) und den Einsatz des Lehrwerks "Aussichten" (Klett) in Integretionskursen. Bei den Workshops gab es viele Wahlmöglichkeiten, sowohl sprachspezifisch oder sprachübergreifend.
Anschließend gab es als Abendprogramm die Möglichkeit, bei einem Circle Dance mitzumachen - aber ich habe mich auf den Heimweg gemacht.
Expolingua 2012
Heute geht die Expolingua zuende, die Internationale Messe für Sprachen und Kulturen in Berlin. Ich war am Freitag da und habe mir die 130 Aussteller aus 25 Ländern angeschaut.
Wie immer bei Messen tritt man erst einmal in ein großes Gewusel von bunten Plakaten, Stimmen, Ausstellerkabinen, Hinweisschildern, Ausstellern, Besuchern und - zumindest an einem Freitag Vormittag - ganzen Busladungen von Schülern und Schülerinnen. Aber das Messeprogramm hilft schnell bei der Orientierung und man kann sicherstellen, dass man keine wichtige Station verpasst.
Natürlich waren die "üblichen Verdächtigen", die Großen aus dem Sprachenbereich, dabei: die Berliner Volkshochschulen, die telc GmbH, der DAAD oder die Deutsche Welle. Dazu kamen Bundesorganisationen (das Bundessprachenamt, der Bundesverband für Dolmetscher und Übersetzer, das Bundesverwaltungsamt Auslandsschulwesen,...), Botschaften und Kulturinstitute. Das Bild der Messe wurde aber bestimmt durch Sprachschulen und Anbietern von Sprachreisen, Austauschprogrammen oder Praktikumsvermittlung.
Ich war aber vor allem gekommen, um bei den Verlagen und Anbietern von Sprachsoftware nach neuen Ergänzungsangeboten für den Unterricht zu suchen. Spontan gut gefallen hat mir in diesem Bereich z.B. der Wortschatztrainer Phase 6 eine "Optimierung der 5-Fächer-Lernbox für den Computer". Da steht auf jeden Fall ein Praxistest in einem der nächsten Blogposts ins Haus - ich wollte doch schon immer meine schon längst vergessenen Türkischvokabeln auffrischen und kann mir dabei überlegen, wie und ob die Software auch in Deutschkursen einsetzbar ist.
Auf den ersten Blick auch sehr interessant (nicht nur, weil es kostenlos abrufbar ist): L-Pack: Citizenship Language Pack for Migrants in Europe, das von der Volkshochschule Cham in Bayern vorgestellt wurde. Hier kann man 60 Kurzvideos mit Dialogen zum Alltagsleben, Audio-Dateien und Übungen ab dem Level A2 auswählen und einsetzen. Auch das muss bald mal ausgetestet werden!
Und schließlich noch ein Tipp für diejenigen Geisteswissenschaftler/innen unter uns, die noch den Traumjob suchen: Jarocco ist eine Datenbank speziell für Akademiker aus den Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften. Es ist zwar kostenpflichtig, aber durchaus erschwinglich und sein Geld wirklich wert, denn es werden die schönsten und nur die relevanten Stellen eingestellt. Und das in großer Menge und 7 Tage die Woche.
So, das waren einige kleine Snippets der diesjährigen Expolingua - und ich habe nach einem langen Messetag vollbepackt mit Flyern und Materialien und Ideen den Heimweg angetreten... Obwohl mich die vielen Schüleraustauschprogramme und Sprachreisen persönlich nicht sehr interessiert haben, hat sich der Ausflug doch durchaus gelohnt.
Wie immer bei Messen tritt man erst einmal in ein großes Gewusel von bunten Plakaten, Stimmen, Ausstellerkabinen, Hinweisschildern, Ausstellern, Besuchern und - zumindest an einem Freitag Vormittag - ganzen Busladungen von Schülern und Schülerinnen. Aber das Messeprogramm hilft schnell bei der Orientierung und man kann sicherstellen, dass man keine wichtige Station verpasst.
Natürlich waren die "üblichen Verdächtigen", die Großen aus dem Sprachenbereich, dabei: die Berliner Volkshochschulen, die telc GmbH, der DAAD oder die Deutsche Welle. Dazu kamen Bundesorganisationen (das Bundessprachenamt, der Bundesverband für Dolmetscher und Übersetzer, das Bundesverwaltungsamt Auslandsschulwesen,...), Botschaften und Kulturinstitute. Das Bild der Messe wurde aber bestimmt durch Sprachschulen und Anbietern von Sprachreisen, Austauschprogrammen oder Praktikumsvermittlung.
Ich war aber vor allem gekommen, um bei den Verlagen und Anbietern von Sprachsoftware nach neuen Ergänzungsangeboten für den Unterricht zu suchen. Spontan gut gefallen hat mir in diesem Bereich z.B. der Wortschatztrainer Phase 6 eine "Optimierung der 5-Fächer-Lernbox für den Computer". Da steht auf jeden Fall ein Praxistest in einem der nächsten Blogposts ins Haus - ich wollte doch schon immer meine schon längst vergessenen Türkischvokabeln auffrischen und kann mir dabei überlegen, wie und ob die Software auch in Deutschkursen einsetzbar ist.
Auf den ersten Blick auch sehr interessant (nicht nur, weil es kostenlos abrufbar ist): L-Pack: Citizenship Language Pack for Migrants in Europe, das von der Volkshochschule Cham in Bayern vorgestellt wurde. Hier kann man 60 Kurzvideos mit Dialogen zum Alltagsleben, Audio-Dateien und Übungen ab dem Level A2 auswählen und einsetzen. Auch das muss bald mal ausgetestet werden!
Und schließlich noch ein Tipp für diejenigen Geisteswissenschaftler/innen unter uns, die noch den Traumjob suchen: Jarocco ist eine Datenbank speziell für Akademiker aus den Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften. Es ist zwar kostenpflichtig, aber durchaus erschwinglich und sein Geld wirklich wert, denn es werden die schönsten und nur die relevanten Stellen eingestellt. Und das in großer Menge und 7 Tage die Woche.
So, das waren einige kleine Snippets der diesjährigen Expolingua - und ich habe nach einem langen Messetag vollbepackt mit Flyern und Materialien und Ideen den Heimweg angetreten... Obwohl mich die vielen Schüleraustauschprogramme und Sprachreisen persönlich nicht sehr interessiert haben, hat sich der Ausflug doch durchaus gelohnt.
What is... Interkultur?
![]() |
| Quelle: Flickr (sulamith.sallmann) |
Das Beispiel unseres Professors damals ist eins dieser Dinge, die mir vom Studium wohl immer in Erinnerung bleiben. Aus gegebenem Anlass habe ich letztens daran gedacht und möchte es hier teilen:
Stellen Sie sich zwei Menschen aus zwei unterschiedlichen Kulturen vor. Nehmen wir an, in der einen Kultur ist es üblich, sich die Hände zu schütteln, in der anderen nicht. Beide wissen jedoch voneinander, was in der jeweils anderen Kultur Sitte ist. Soweit klar? Interkultur ist nun das, was passiert, wenn diese zwei Menschen aufeinander treffen und sich begrüßen wollen. Was passiert? Besteht der eine darauf, dass in seiner/ihrer Kultur die Hände geschüttelt werden? Oder passt er/sie sich an die andere Kultur an? Passen sich beide sich an den jeweils anderen an?
Die Anwort ist nicht vorhersagbar. Wir können vorher nicht einschätzen, wer wem und ob überhaupt die Hände geschüttelt werden. Und so ist das auch mit der Interkultur - es ist weder die eine, noch die andere Kultur, es kann eine Mischung aus beiden sein, muss es aber nicht. In einem Aushandlungsprozess entsteht ein unabhängiges Drittes. Ein Ereignis, nur als Prozess denkbar; es wird permanent neu erzeugt.
Quelle: basierend auf der Vorlesung "Einführung in die interkulturelle Wirtschaftskommunikation", Prof. Jürgen Bolten, Uni Jena
Tagung in Königswinter: "Rahmencurriculum und Kurskonzept für eine abschlussorientierte Grundbildung"
![]() |
| Quelle: bildungsverband.info |
Hier eine kurze Zusammenfassung von Inhalten, so wie ich sie auf dem Tagungsbesuch wahrgenommen habe.
- Die Inhalte des Rahmencurriculums basieren auf den Inhalten der lea.-Diagnostik.
- Das Curriculum wird die Fähigkeiten Lesen, Schreiben und Rechnen auf den Leveln Alpha1-Alpha4 (z.T. auch Alpha5) enthalten - ein besonderer Bezug zum Berufsleben (Altenpflegehilfe, Metallverarbeitung) ist vorgesehen.
- Eine feste ExpertInnengruppe von Alphabetisierungslehrenden, die schon lange in der Alphabetisierungspraxis stehen, kooperiert mit dem Projektteam.
- Das Rahmencurriculum ist "abschlussorientiert", d.h. beinhaltet den Erwerb von Zertifikaten und die Durchführung von Tests.
- Es kleinschrittig angelegt, so dass auch minimale Lernziele dokumentierbar sind.
- Es zielt darauf ab, neue Lernende zu gewinnen: Lernende auf Alpha3-Level und Jugendliche im Übergang Schule-Beruf.
- Zusätzlich zum Curriculum sind geplant: Lehrwerk, Kurskonzept, Fortbildung (als Modul in ProGrundbildung), Prüfungen (Kooperation mit TELC), Verlinkung mit dem Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen.
- Die sozialpädagogische Seite soll im Kurskonzept berücksichtigt werden, aber nicht Teil des Unterrichts sein.
- Das Rahmencurriculum soll ausdrücklich nicht zur Klassifizierung und Selektion von Lernenden benutzt werden. Das Projektteam betont die Individualität des einzelnen Lerners und des jeweiligen Lernprozesses. Ergebnisse sollen keine Sanktionen bedeuten.
(Allerdings: wie können genau diese Entwicklungen überhaupt verhindert werden?)
Abonnieren
Posts (Atom)













